Die Chronik der FF Niedertraubling

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Niedertraubling reicht bis in das Jahr 1873 zurück. Zur besseren Übersichtlichkeit wurde die gesamte Chronik in vier zeitliche Abschnitte aufgeteilt.

Chronik 1873 bis 1947

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr

Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts, als die Besiedlung und auch die Bebauung immer dichter und die Dörfer größer wurden, entstanden oft große und großflächige Schadensfeuer, die nur durch eine gemeinsame Hilfe der Einwohner wirksam bekämpft oder deren Ausbreitung verhindert werden konnten.
Auch die Bewohner des Ortes Niedertraubling wurden sich ihres Gemeinschaftssinnes bewusst und beschlossen vor etwa 140 Jahren gemeinsam den Kampf gegen das Feuer aufzunehmen und eine Feuerwehr zu gründen. Die älteste Aufzeichnung über die freiwillige Feuerwehr Niedertraubling tätigte am 28. Oktober 1910 der Obertraublinger Lehrer Ditterich.

Im Protokollbuch der FFW Obertraubling, die bereits 1873 gegründet wurde, war zu lesen: Am 20. November 1873 wurden nach mehreren Beratungen durch ein provisorisches „Comite“ sämtliche Gemeindemitglieder von Obertraubling und Niedertraubling zu einer Versammlung beim Wirtschaftspächter Laumer (Gasthaus Wieland) eingeladen. Nachdem den Anwesenden Zweck und Nutzen einer freiwilligen Feuerwehr klar und deutlich bekannt war, waren viele bereit, sich bei der zu gründenden Feuerwehr zu beteiligen.
Am 27. November 1873 wurde auf Veranlassung des Gutspächters Ernst Lang in Niedertraubling ebenfalls eine freiwillige Feuerwehr gegründet. Zum stellvertretenden Vorstand, Kassier und Schriftführer wurde Gutspächter Ernst Lang und zum Adjutanten Xaver Riederer gewählt. Die Feuerwehr Niedertraubling stand unter der Vorstandschaft und dem Hauptmann von Obertraubling. Weitere Namen wurden im Protokoll nicht genannt, somit sind uns weitere Gründungsmitglieder auch nicht namentlich bekannt.
Bereits am Sonntag, den 30. November 1873 wurde die erste gemeinsame Übung (Obertraubling und Niedertraubling) abgehalten. „Wegen ungünstiger Witterung im Tanzsaal der Gastwirtschaft Laumer“. Am 07. Dezember wurde nochmals gemeinsam geübt. Am 17. Dezember 1874 wurde einstimmig beschlossen, die Niedertraublinger Feuerwehr mit der bereits offiziell gegründeten freiwilligen Feuerwehr Obertraubling zu vereinigen. Erstes bekanntes bzw. überliefertes Großfeuer (1878).

Wie uns der ehemalige Ortsheimatpfleger und Gutspächter Heinrich Doerfler (Schwiegersohn von Wilhelm Lang) berichtete, ereignete sich auf dem Hof des Gutspächters Ernst Lang (Lang-Doerfler-Bauer) im September 1878 ein Großbrand. Nach Einbringung einer reich gesegneten Ernte schlug nachts um 21.30 Uhr bei einem heftigen Gewitter ein Blitz in die linke, auf der Südseite des Hofes gelegene, gemauerte Hofscheune ein, die sofort lichterloh brannte. Geistesgegenwärtig schloss Lang sofort die doppelten eisernen Feuertüren auf dem Jungviehstall-Boden, wodurch ein Übergreifen des Feuers, das schon einen Holzschuppen auf der Ostseite des Hofes ergriffen hatte, auf das Wohnhaus verhindert wurde. Der Nieder- und Obertraublinger Feuerwehr gelang es, die neben der brennenden Scheune liegende hohe Scheune, die nur durch eine starke Feuermauer von dem Feuer getrennt war, zu erhalten, ebenso die Stallungen.

Offizielle Gründung der Niedertraublinger Feuerwehr

Die Gründungsurkunde der FF Niedertraubling von 1879Aufnahmekarte von Georg Allmeier vom 20. März 1879Auf Initiative des königlichen Ökonomierates Ernst Lang wurde noch im Jahre 1878 beschlossen in Niedertraubling eine eigene freiwillige Feuerwehr zu gründen. Die Gründungsurkunde vom 01. Januar 1899 ist noch erhalten. Der Bayerische Landes-Feuerwehr-Ausschuss, der unter dem allerhöchsten Protektorat Seiner Königlichen Hoheit des Prinz-Regenten Luitpold von Bayern stand, bestätigt, dass die Feuerwehr am 19. März 1879 gegründet und in die Grundliste des Bayerischen Landes-Feuerwehr-Verbandes eingetragen wurde.

In der Bekanntmachung des königlichen Bezirksamtes Regensburg vom 01. Januar 1879 heißt es: „Es bestehen im ganzen Amtsbezirk 40 freiwillige Feuerwehren, an welchen 1454 Personen Anteil nehmen. Eine jede dieser Feuerwehren ist mit einer vierrädrigen Fahrspritze versehen.“
In einer weiteren Bekanntmachung vom 09. April 1879 wird vermeldet, dass sich weitere freiwillige Feuerwehren gebildet haben - „Niedertraubling mit 40 Mann“.

Führung der gegründeten Feuerwehr

Vorstand dieser freiwilligen Feuerwehr war Ernst Lang. Erster Hauptmann (Kommandant) war der Ammerbauer Joseph Burkart (Koch-Anwesen; die Familie Burkart ist heute in Burgweinting ansässig und Besitzer des ehemaligen Fürstlichen Gutes in Niedertraubling). Über die weitere Zusammensetzung fehlen jegliche Aufzeichnungen. In der vorhandenen „Stammliste der freiwilligen Feuerwehr“ beginnen die Eintragungen erst am 01. Januar 1888, diese sind sehr dürftig, unregelmäßig und lückenhaft. Nach dem frühen Tod von Ernst Lang im Jahre 1889 wurde Joseph Burkart Vorstand. Burkart war seit 1875 auch Bürgermeister der Gemeinde Niedertraubling (mind. bis 1907). Hauptmann wurde der Gutspächter Wilhelm Lang, der Sohn von Ernst Lang.


Unsere vierrädrige Saug- und Druckspritze

Leider gibt es über unsere noch vorhandene alte, pferdebespannte, vierrädrige Saug- und Druckspritze keinerlei Aufzeichnungen. Das Jahr der Beschaffung ist nicht genau bekannt. Bei den Bemühungen näheres in Erfahrung zu bringen, konnte festgestellt werden, dass bei einigen Feuerwehren im Landkreis noch ähnliche Spritzen vorhanden sind.
Die Herstellerfirma unserer Spritze ist nicht bekannt, da am Aufbau keinerlei Firmenaufdruck mehr vorhanden ist. Das Saug- und Druckwerk stammt von der Fa. Hünerkopf und Sohn, Nürnberg.
Die Feuerwehr des Ortes Gailsbach, die eine gleichartige Spritze aufweisen kann, besitzt noch die Unterlagen über den Kauf. Die Fa. Justus Christian Braun, Feuerlöschmaschinen-Fabrik aus Nürnberg lieferte dort mit Rechnung vom 14. September 1878 zu einem Preis von 825 Mark die vierrädrige Saug- und Druckspritze einschließlich sämtlichen Zubehörs. Das Lieferverzeichnis des Herstellers nennt ca. 75 Orte der Bezirksämter Regensburg und Stadtamhof (etwa der heutige Landkreis Regensburg), an die Spritzen geliefert wurden. Darunter ist auch zu finden: Obertraubling (Obertraubling Fürstliches Thurn und Taxis´sches Gut). Da es in Obertraubling kein Fürstliches Gut gibt, war diese Spritze für Niedertraubling bestimmt. Gutspächter Ernst Lang hat die Feuerspritze bestellt. Sicher ist, dass sie vom Hersteller an Herrn Lang gegen Rechnung geliefert wurde. „Sende Ihnen auf Ihre Order für Ihre werte Rechnung und Gefahr.“ Offen bleibt, ob die Feuerspritze von Herrn Lang als Gutspächter oder in der Eigenschaft als Vorstand der gegründeten Feuerwehr bestellt und bezahlt wurde.
Wie sich rekonstruieren lässt, dürfte die Spritze bereits bei dem durch einen Blitzschlag verursachten Brand der Hofscheune des Gutes im September 1878 eingesetzt worden sein, also möglicherweise vor der Gründung der eigenständigen Freiwilligen Feuerwehr Niedertraubling (vorher Obertraubling/Niedertraubling).

Konstruktion der vierrädrigen Saug- und Druckspritze

Handbetriebene Saug- und DruckspritzeDer Aufbau der alten Spritze besteht aus einer vierrädrigen (mit hölzernen Speichenrädern) eisenbeschlagenen Holzkonstruktion, vorne mit zwei Bocksitzen und hinten einem Gerätekasten. Das Spritzenwerk besteht aus zwei Zylindern, dem Ventilkasten und dem in Messing gefertigten Druckwindkessel. Die Druckhebel sind auf einer gusseisernen Wippkonstruktion befestigt. Saugschläuche, Hanfschläuche und Strahlrohre gehören zur Ausrüstung. Die Spritze ist für den Hand- oder Pferdezug ausgerüstet.

Bedienung und Leistung

Die Pumpe konnte mittels Saugschlauch oder ständigem Füllen des Wasserbehälters mit Wasser versorgt werden. Zum Spritzen wurde die Pumpe von 2 mal 3 kräftigen Männern an den Druckarmen bedient. Wie aus einer Herstellerbeschreibung ersichtlich, konnte bei 55 Doppelhüben pro Minute eine Wasserförderung von 150 Liter erzielt werden. Die Wurfweite (Spritzweite) wird mit 24 Metern angegeben. Bei einigen Schauübungen haben wir die Leistung unserer alten Spritze schon unter Beweis gestellt. Es war für den Zuschauer faszinierend diese alte Technik bewundern zu können und unsere Feuerwehrkameraden hatten viel Spaß beim Einsatz.

Weitere  Daten

Unsere alte Hand-Feuerspritze war bis zur Anschaffung einer Motorspritze im Jahre 1948 in Betrieb. Auf Veranlassung des damaligen Kommandanten Albert Fischer wurde die alte Spritze sorgfältig im Gerätehaus aufbewahrt und konnte daher im Originalzustand erhalten werden.
Vor einigen Jahren haben Kommandant Franz Kapfelsperger und einige Jungfeuerwehrler das Pumpwerk gereinigt und die Kolben neu gedichtet, sodass unsere alte Spritze heute wieder einsatzfähig ist und wäre.

Unterbringung der Spritze

Über die erste Unterbringung der alten Spritze ist nichts bekannt. Es ist anzunehmen, dass im großflächigen Bereich des Fürstlichen Gutshofes eine Unterstellmöglichkeit gegeben war. Später wurde sie zusammen mit dem Einsatzwagen im ursprünglichen Gerätehaus an der Friedhofsmauer untergebracht, ab 1948 im zweiten Gerätehaus, das bis zum Jahr 2000 genutzt wurde.
Unsere alte, gut erhaltene vierrädrige Saug- und Druckspritze ist inzwischen der Stolz der Niedertraublinger Feuerwehr. Unser im April 2000 fertig gestelltes Feuerwehr-Gerätehaus erhielt einen Glasanbau zur Aufstellung und Ausstellung der alten Spritze.

Der Mannschaftswagen

Zu unserer alten pferdebespannten Feuerwehrspritze gehörte auch ein pferdebespannter Mannschaftswagen. Aus heutiger Sicht war dies damals bereits eine schlagkräftige Wehr und bestimmt ein optisch gutes Bild.
Wie uns Heinrich Doerfler berichtete war der Mannschaftswagen, der lange in den Diensten der Niedertraublinger Feuerwehr stand, ein dunkel gestrichener, fester, gefederter und offener Kutschwagen mit kräftigen eisenbeschlagenen Speichen-Rädern. Auf seinen Sitzbänken hatten 8 Feuerwehrmänner Platz. Bei Feueralarm hatte der alte „Oberbaumer“ Bert Meindl einzuspannen und die Mannschaft auf dem Wagen zu fahren oder später die Hof-Kutscher Gottfried Renner und Alfons Schambeck. Diese Herren waren Bedienstete beim Gutspächter Lang.
Der Wagen stellte eine geschichtsträchtige Besonderheit dar. Der so genannte „Napoleonwagen“ hatte deswegen seinen Namen, weil in der Schlacht von Regensburg, am 23. April 1809, der am Fuß durch eine Gewehrkugel verwundete Franzosen-Kaiser Napoleon auf diesem Wagen, der von dem nahen Pürkelgut geholt worden war, in das Gut gefahren wurde, wo er im 1. Stock des zugehörigen Schloßes verbunden wurde. Dieser alte Kutschwagen kam nach Niedertraubling, da der Schwiegervater von Gutspächter Ernst Lang, der königliche Ökonomierat Georg Hamminger, der in jungen Jahren Pürkelgut besessen hatte, den denkwürdigen Wagen seinem Schwiegersohn Ernst Lang schenkte. Dessen Sohn Wilhelm Lang, der von 1888 bis 1908 Feuerwehr-Hauptmann war, stellte ihn der Feuerwehr zur Verfügung. Erst in den fünfziger Jahren, als die Feuerwehr motorisiert wurde, hatte für den Napoleonwagen die Stunde geschlagen und er wurde zerstört. In diesen Jahren war leider das Bewusstsein zur Aufbewahrung alter Geräte noch nicht gegeben.


Aufzeichnung der Mitglieder

Im Jahre 1894/95 erfolgte in der Stamm-Liste eine detaillierte Nennung der Anzahl der Mitglieder. Alle Mitglieder bekleideten ein Amt - waren die „Chargierten“. Die 48 Vereinsmitglieder setzten sich aus 12 Chargierten, 10 Steigern, 17 Spritzenmännern und 9 Ordnungsmännern zusammen. Diese Liste musste jedes Jahr der Gemeindeverwaltung vorgelegt werden und wurde mit dem Gemeindesiegel versehen und vom Bürgermeister unterschrieben. 1904 und 1906 wurde die Stammliste sogar dem königlich bayerischen Bezirksamt in Regensburg vorgelegt und dort mit dem Siegel versehen und unterschrieben.


Weiteres Großfeuer (1894)

Heinrich Doerfler berichtete von einem weitern Großfeuer aus dem Jahre 1894, bei dem die freiwillige Feuerwehr erfolgreich in Aktion trat. Das damalige Brauerei-Gebäude (heute Lagergebäude) im Gutshof des Gutspächters Wilhelm Lang ging wahrscheinlich durch Brandstiftung in Flammen auf. Das Feuer brach aus, als an einem Sonntagnachmittag Wilhelm Lang und seine Frau mit dem Pferdewagen bei einer Pächterfamilie der Umgebung zu Besuch waren. Es brannte das ganze Brauerei-Gebäude mit Malz- und Getreideböden nieder. Auch die Brauerei zu ebener Erde wurde vernichtet. Nur die dicken Umfassungsmauern aus Bruchsteinen, die im Jahre 1599 von Georg von Maxlrain erbaut worden waren, trotzten den Flammen. Die Ortsfeuerwehr und die hilfsbereit herbeigeeilten Feuerwehren der Umgebung mit ihren Handdruckspritzen konnten den Großbrand nicht nur in kurzer Zeit löschen, sondern auch verhindern, dass das Feuer auf die Wohnhäuser und Stallungen übergriff.

Großer Scheunenbrand (1908)

Trotz fehlender Aufzeichnungen ist nach Heinrich Doerfler der Scheunen-Großbrand von 1908 auf dem Hof des Ammerbauern und Bürgermeisters Josef Burkart erinnerlich. Bis vor einigen Jahren konnte man auf dem Dach der Hofscheune des Koch-Hofes die Jahreszahl des Wiederaufbaues 1908 lesen. Auch hier war es der örtlichen Feuerwehr gemeinsam mit den Nachbarwehren gelungen die nahe liegende Stallung und das Wohnhaus vor den Flammen zu retten.


Erstes Gerätehaus

Erstes Gerätehaus an der Niedertraublinger FriedhofsmauerDas erste Gerätehaus unserer Feuerwehr befand bzw. befindet sich neben dem Friedhofseingang im Bereich des Meindl-Anwesens (Siegfried Gruber). Eigenartigerweise wurden damals sehr oft die Gerätehäuser an die Friedhofsmauer gebaut. Das Gebäude, das noch besteht und vom heutigen Besitzer als Lagergebäude genutzt wird, ist ein langes, schmales, massives Bauwerk in der damals üblichen einfachen Ausführungsart (z. B. Lehmboden als Fußboden).
Das Baujahr ist nicht bekannt, jedenfalls nach 1900. Ein Situationsplan des fürstlichen Gutes vom Jahre 1900 weist dieses Gebäude noch nicht aus. Dieses Gerätehaus wurde bis 1943 genutzt.
Da das Gebäude sehr lang war konnten dort, außer den üblichen Ausrüstungsgegenständen, die noch erhaltene, alte fahrbare Saug- und Druckspritze und der Mannschaftswagen (der sogen. Napoleonwagen) hintereinander aufgestellt werden.


Fahnenweihe 1922

Gruppenaufnahme bei der offenen Remise des Gutsbetriebes Lang-DoerflerObwohl keinerlei protokollarische Aufzeichnungen aus dieser Zeit vorhanden sind, gibt es nur noch spärliche Dokumente. Als bedeutendes Ereignis ist die Fahnenweihe vom 11. Juni 1922 zu nennen, von der ein sehr gut gelungenes Gruppenbild mit 34 Personen, darunter 23 uniformierte Feuerwehr-Männer, vorhanden ist.
Interessant sind auch die 1922 getragenen Uniform-Jacken. Sie wurden mit Messinghelm oder einer damals üblichen Schirmmütze genutzt. Eine Jacke aus der Gründerzeit, die bis zum II. Weltkrieg von den Meindl´s (Rupert Meindl) getragen wurde ist heute im Privatbesitz von Siegfried Gruber (Schwiegersohn von R. Meindl).
Soweit durch erhalten gebliebene Teilnahme-Zusagen bekannt, waren mindestens 15 Feuerwehren - namentlich die Feuerwehren aus Mangolding, Mintraching, Taimering, Geisling, Illkofen, Auburg, Abbach u. Burgweinting - zu Gast.

Unsere alte Fahne von 1922

Fahne von 1922 - RückseiteFahne von 1922 - VorderseiteDie Fahne von 1922 ist noch in ihrem ursprünglichen Zustand vorhanden und wird in einem unzugänglichen Wandschrank im Gerätehaus aufbewahrt. Sie befindet sich in einem schlechten Erhaltungszustand.
Die alte Fahne zeigt neben der Hauptbeschriftung das zur damaligen Zeit verwendete Feuerwehremblem und in den Ecken den Spruch: „Einer für Alle, Alle für Einen“. Auf der Rückseite ist der Hl. Florian dargestellt mit dem bereits damals geltenden Leitspruch der Feuerwehren: „Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr“.


Unrühmliches 1923 – Unfug bei der Fronleichnamsprozession

Auch Negatives soll in einer Chronik erscheinen, vor allem wenn noch ausführliche Aufzeichnungen vorhanden sind.
Bei der Fronleichnamsprozession am 03. Juli 1923 beteiligte sich herkömmlich auch die Feuerwehr mit Uniform und Helm. Bei der kirchlichen Feier am Altar forderte Pfarrer Georg Weiß, dass die Feuerwehrler beim Stillstehen und Segen den Helm abnehmen sollen, da dies kirchliche Vorschrift sei. Vorstand Johann Blaimer befolgte mit seinen Mannen die Anweisung des Geistlichen nicht. Es entwickelte sich ein Streit, bei dem der Pfarrer mit dem Abbruch der Prozession und der Feuerwehrvorstand mit dem Verlassen der kirchlichen Veranstaltung drohten. Die Prozession wurde aber doch zu Ende geführt. Vom Pfarrer erfolgten heftige und ausführliche schriftliche Beschwerden über das schlechte Benehmen der Niedertraublinger Feuerwehr und der Niedertraublinger Bürger beim Bischöflichen Ordinariat in Regensburg. Wie aus den erhaltenen Schreiben und dem Pressebericht zu entnehmen ist, wurde dem Herrn Pfarrer ein versöhnliches Verhalten empfohlen.


50-jähriges Gründungsfest (1925)

Leider gibt es aus dieser Zeit und auch von dem 50-jährigen Gründungsfest keinerlei Aufzeichnungen oder Protokolle. Nur der noch vorhandene Silberpokal erinnert an das Gründungsfest am 01. Juni 1925. Festmutter war Philomena Allmeier (wie uns Xaver Allmeier bestätigte).

Bewegte Geschichte des Pokals

Von Carl Josef Meyer gestifteter Pokal zum 50-jährigen Gründungsfest im Jahr 1925Generaldirektor Carl Josef Meyer (1869 - 1934) aus Regensburg, dessen Gruft sich im Niedertraublinger Friedhof befindet, war ein Förderer und Gönner der Niedertraublinger Wehr. Zum 50-jährigen Gründungsfest im Jahre 1925 stiftete er einen Silberpokal mit der Aufschrift: „Zur 50 jährigen Gründungsfeier am 01. Juni 1925 der Freiwilligen Feuerwehr Niedertraubling gewidmet vom Generaldirektor Carl Josef Meyer".
Diesen Silberpokal bewahrte der damalige, sehr engagierte Feuerwehrler, Vereinsvorstand und spätere Ehrenvorstand Otto Artinger (+ 1969) im Hause seiner Gärtnerei auf. Gegen Kriegsende 1945 wurde er von ihm schwarz überstrichen und letztendlich im Lehm-Fußboden des Friedhof-Gerätehauses vergraben, um den Pokal vor Zugriffen der amerikanischen Besatzung zu bewahren. Wieder ans Tageslicht geholt übergab der Gärtnereibesitzer Artinger 1964 den Pokal an die Feuerwehr. Da sich im Feuerwehrgerätehaus kein geeigneter und sicherer Platz befand, wurde er in der Gemeindekanzlei (Schulgebäude) der damaligen Gemeinde Niedertraubling aufbewahrt. Aus nicht bekannten Umständen gelangte der Pokal in eine Rumpelkammer. Durch Zufall wurde er von Herbert Bauer unter Wegwerfgegenständen wieder entdeckt. Der Pokal wurde dann nach der Gemeindezusammenlegung 1972 nach Obertraubling in den Schulhauskeller gebracht. Dort wurde er später vom Feuerwehrkamerad Josef Gruber jun. gesichtet und dem Kommandanten unserer Wehr übergeben, der ihn weiter aufbewahrte. Zur Einweihung unseres neuen Gerätehauses im Jahr 2000 wurde der Pokal neu poliert vom Kommandanten Franz Kapfelsperger zu seinem endgültigen und würdigen Aufstellungsort im Schulungsraum des Gerätehauses gebracht. Der ca. 63 cm hohe Silberpokal zählt heute zu den Kostbarkeiten unserer Feuerwehr.

Carl Josef Meyer

war der Sohn von Regina Meyer, geb. Burkard, (Bruder Josef  war der 2. Vorstand 1889) und wurde am 04.11.1869 in Abbach (damals noch kein anerkanntes Kurbad) geboren. Er lebte und arbeitete als Bauingeneur in Berlin, Köln und Regensburg. Zuletzt war er der Generaldirektor der Bayrischen Granit AG mit Sitz in Regensburg. Er verstarb am 12.09.1934.


Bestorganisierte Feuerwehr

Ausführlich wird in einem vorhandenen Zeitungsausschnitt über eine nennenswerte Generalversammlung der hiesigen Feuerwehren am 24. März 1935 berichtet. Als „hiesig“ sind die Feuerwehren von Niedertraubling, Obertraubling, Mangolding, Tiefbrunn und Gebelkofen aufgeführt (vermutlich damaliger Brandmeisterbezirk). Vorstand Otto Artinger und Kommandant Xaver Fischer verstanden den Tag recht inhaltsreich zu gestalten. Die Generalversammlung begann mit einem Kirchenzug, einem Totengedenken im Friedhof und einem Gottesdienst mit Festpredigt durch Pfarrer Oberndorfer. Nach einer großen Feuerwehrübung, die von den Führungskräften besichtigt wurde, marschierten die Feuerwehrler ins Gasthaus Zellmer („Altes Schloß“). Bei der Versammlung konnte Vorstand Artinger den Bezirksbrandmeister Schmidbauer, die Brandmeister Zelzner, Geser und Bart, sowie den Brandoberingenieur Wiedamann von der Berufsfeuerwehr Regensburg begrüßen. (Zelzner wurde später als Kreisbrandinspektor für die Vorwärtsentwicklung der Feuerwehren des Landkreises Regensburg sehr bekannt). Bei dieser Versammlung ehrte man den 90-jährigen Heimler-Vater als letztes noch lebendes Gründungsmitglied. Es wurden noch mehrere Reden und lobende Worte getätigt. Besonders zu erwähnen ist, dass der Bezirksbrandmeister Schmidbauer über die Aufgaben und Pflichten der Feuerwehren referierte und die Niedertraublinger Feuerwehr als die „bestorganisierteste“ im hiesigen Bezirk nannte.


Feuerlösch-Schutz-Polizei Niedertraubling

Im Protokollbuch sind von 1936 bis 1947 keine Eintragungen vorgenommen worden.
In diesem Zeitraum des III. Reiches und des II. Weltkrieges wurde vieles in unserem Lande geändert und umstrukturiert. Dies betraf auch die Feuerwehren. Die freiwilligen Feuerwehren wurden zur Feuerschutz-Polizei oder zu Polizei-Hilfs-Truppen umbenannt. Sie unterstanden dem Reichsführer der SS und Chef der Deutschen Polizei, Heinrich Himmler. Aus dem Vereinsvorstand wurde der Wehrführer und aus den Versammlungen ein Appell.
Eine Unterschriftsliste des Bürgermeisters Heimler der Gemeinde Niedertraubling nennt 45 Personen, die sich zur „Feuerlöch-Hilfs-Polizei Niedertraubling“ melden mussten. Die Liste beginnt mit folgendem Text: “Nachstehend aufgeführte Gemeindeangehörige erhalten gegen Unterschrift eine Aufnahmeerklärung zur Feuerlösch-Hilfs-Polizei Niedertraubling. Bis 20.02.1940 wolle dasselbe nach reiflicher Überlegung an den Wehrführer Otto Artinger abgegeben werden. Wer sich nicht zur freiwilligen Feuerlösch-Hilfs-Polizei meldet, wird der Feuerlösch-Pflichtfeuerwehr überwiesen“.
Dies ist wohl ein zeittypisches Beispiel der damaligen „freiwilligen Pflicht“.

Chronik 1947 bis 1973

Neuanfang im Jahre 1947

Das Ende des II. Weltkrieges war auch das Ende der Feuerlösch-Hilfs-Polizei. Als sich die allgemeine Lage wieder etwas stabilisiert hatte, begann auch der Wiederaufbau von gesellschaftlichen Vereinen und Hilfsorganisationen.
Karl Bauer berichtet von der Versammlung am 20. April 1947: Im Gasthof Zellmer wurde durch Kommandanten Josef Mundigl die Versammlung eröffnet. Der zuständige Kreisbrandmeister Weizenbeck war nicht erschienen. Bei der vorgesehenen Neuwahl für die Neustrukturierung der Freiwilligen Feuerwehr hatte sich kein Mitglied bereit erklärt die Stelle des Brandmeisters (Kommandanten) zu übernehmen. Vorstand Otto Artinger vertagte dann die Versammlung auf einen späteren Zeitpunkt.
Zu bemerken ist, dass die Aufgaben der Feuerwehr bis zur Neuwahl von den Führungskräften der damaligen Feuerschutz-Hilfs-Polizei wahrgenommen wurden. Vorstand war Otto Artinger und Kommandant Josef Mundigl.

Neuer Kommandant Karl Bauer

Bei einer erneuten Versammlung am 10. Mai 1947 hat Karl Bauer das Amt des Kommandanten übernommen, unter der Voraussetzung, dass seine Entnazifizierung sehr bald erledigt wird.
In der Versammlung am 10. April 1948, die Kommandant Karl Bauer abhielt, konnten Neuwahlen im Sinne eines demokratischen Vereins durchgeführt werden.
Als neue Führungskräfte wurden bestellt:

  • Vorstand: Artinger Otto
  • Kommandant: Bauer Karl
  • Stellvertretender Kommandant: Fischer Albert
  • Kassier: Bauer Karl
  • Schriftführer: Heimler Franz
  • Spritzenmeister: Artinger Karl jun.
  • Sanitäter: Russwurm Simon und Bauer Ludwig
  • Hornist: Zellmer Hugo
  • Maschinist: Jackermeier Josef
  • Vereinsdiener: Hartmann Josef
  • Steiger: Meister Otto, Hofstetter Alois, Zellmer Hugo, Semmler Xaver, Zellmer Michael und Heimler Franz.

Übergabe der vorhandenen Feuerwehrgeräte

Am 06. Juni 1948 erfolgte eine Inspektion und Erfassung und endlich die Übergabe der Ausrüstungsgegenstände und Geräte der aufgelösten Feuerlösch-Hilfs-Polizei an die neue „Freiwillige Feuerwehr Niedertraubling“. Bekannt ist die Übernahme einer reparaturbedürftigen Motorspritze.


Erste motorgetriebene Feuerwehrspritze (1944)

Die erste Tragkraftspritze TS8 wurde durch die Firma Klöckner-Humboldt-Deutz (Magirus / Ulm) im Jahre 1944 geliefert. Der Feuerwehrgeräteausrüster Fa. Obauer aus Burglengenfeld überprüfte die reparaturbedürftige Spritze und berichtete am 20.09.1946, dass eventuell ein neuer Motor eingebaut werden müsse, da für den vorhandenen französischen Lizenz-Motor keine Ersatzteile mehr beschafft werden können. Der Auftrag zur Reparatur wurde am 15.08.1947 durch Kommandanten Karl Bauer erteilt. Am 09.09.1947 bestätigt die Feuerwehrgerätefabrik Carl Metz in Karlsruhe den Eingang der Tragkraftspritze TS8 zur Instandsetzung und bittet um die Zusendung von 5 Liter Kraftstoffmarken zum Probelauf. Nach der erfolgten Instandsetzung (Rechnung vom 30.11.1947) bittet Karl Bauer am 21.12.1947 den Kreisbrandinspektor M. Kain die monatliche Zuteilung von Benzin und Öl bewerkstelligen zu wollen, da kein Bestand vorhanden sei.
Zu bemerken ist noch, dass in den Nachkriegsjahren bei der Treibstoffausgabestelle Regensburg-Land Treibstoff beantragt werden musste, da wie vieles damals rationalisiert war. Der Feuerwehr Niedertraubling standen im Vierteljahr Benzinmarken für 15 Liter Treibstoff zu. Es musste damals auch der jeweilige Bestand an das Straßenverkehrsamt des Landkreises gemeldet werden. Am 28.09.1949 z. B. meldete Kommandant Karl Bauer einen voll gefüllten Tank der Motorspritze und einen Kanister mit 20 Liter.


Bau eines neuen Feuerwehr-Gerätehauses

Zweites Gerätehaus (1939 – 1947)

Zweites GerätehausWährend der Kriegsjahre 1939 bis 1942 wurde ein, den damaligen Anforderungen entsprechendes, Gerätehaus neben dem Dorfweiher und dem Kirchenzugang von der Gemeinde Niedertraubling errichtet. Das Gebäude wurde in einfacher massiver Bauart als Hallenbau mit Satteldach und einem hölzernem Schlauchtrockenturm erstellt. Wie aus einem Schreiben des Kommandanten Karl Bauer vom 26. Mai 1947 hervorgeht, wurde während des Krieges nur der Rohbau hergestellt. Es fehlten noch die Decke, der Außen- und Innenputz und die Verglasung der Fenster. In diesem Schreiben bittet Karl Bauer das Landratsamt um Fertigstellung und um Zuweisung verschiedener Baumaterialien, die aufgelistet waren. Somit dürfte die Fertigstellung und auch die Nutzung erst im oder nach dem Jahr 1947 erfolgt sein.
Die Schlauchtrockenanlage mit Handwindenaufzug zur freien Aufhängung der Schläuche im Schlauchturm wurde erst im Jahre 1951 eingebaut.
Im verhältnismäßig großen Gerätehaus konnte außer den erforderlichen Geräten und dem Einsatzanhänger mit der Tragkraftspritze auch unsere alte Handdruckspritze untergestellt werden.

Umbau des Gerätehauses (1981)

Umbau des Gerätehauses 1981Vor der Anschaffung eines zeitgemäßen Einsatzfahrzeuges im Jahre 1981 wurde am Gerätehaus ein Umbau erforderlich, da die Einfahrtshöhe zu niedrig war. Mit freiwilligen Helfern hat die Feuerwehr in eigener Regie die Bauarbeiten zur Erhöhung der lichten Torhöhe durchgeführt. Die Gemeinde hat das neue große Tor einbauen lassen. So entsprach das Gerätehaus wohl bedingt wieder den neuen Anforderungen.

Nutzungsende und Abbruch des Gerätehauses

Mit dem Einzug der Feuerwehr in das jetzige Gerätehaus am 09. April 2000 stand das alte Feuerwehrhaus leer. Aufgrund des desolaten Bauzustandes konnte das Gebäude auch keiner anderen Nutzung zugeführt werden. Am 19. Mai 2000 erfolgte der Abbruch durch die Gemeinde. Durch die Anlage einer Grünfläche neben unserem Dorfweiher erinnert nichts mehr an unser ehemaliges Gerätehaus.


Sicherung der Löschwasserversorgung

Bei der Brandschutzwoche vom 18. - 24. September 1949 wies der Kreisbrandinspektor in einem Schreiben darauf hin, dass die Löschwasserversorgung in vielen Gemeinden sehr schlecht ist. Er forderte die Kommandanten auf, mit dem Bürgermeister zu sorgen, dass Weiher, Bäche, Brunnen und Wasserleitungen jederzeit gebrauchsfähiges Wasser liefern müssen und somit bei Bränden das Feuer bekämpft und eingedämmt werden kann.


Anschaffung des 1. Tragkraftspritzen-Anhängers (1951)

Am 15.08.1950 erteilte Kommandant Karl Bauer im Auftrag der Gemeinde Niedertraubling den Kauf eines Tragkraftspritzen-Anhängers ( TSA ). Der im Jahre 1951 (Kdt. Karl Bauer dankte bei der Versammlung am 28. April 1951 der Gemeinde für die Anschaffung) von der Gemeinde Niedertraubling zur Verfügung gestellte Tragkraftspritzen-Anhänger war eine offene Stahlblechkonstruktion für Handzug oder Kraftwagenanhängung. Eine Schwingachse mit luftbereiften Rädern, ein Auszugschlitten für die Spritze, 2 Schlauchhaspeln, Vorrichtung bzw. Halterungen für sonstige Geräte und eine Segeltuchschutzdecke waren weitere Ausstattungsmerkmale. Hersteller war die Fa. Carl Metz, Feuerwehrgerätefabrik in Karlsruhe. Der Kaufpreis betrug 1.100 DM.
Bei einer Versammlung am 28. April 1951 wurde festgelegt, dass bei einem Einsatz die Landwirte Doerfler, Koch, Allmeier, Kellner oder Blaimer mit dem Bulldog den Löschanhänger in Schlepp zu nehmen hatten.


Neuer Kommandant Albert Fischer

In der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 21. Juli 1951 stellte Karl Bauer sein Amt zur Verfügung. Zum neuen Kommandanten wurde Albert Fischer gewählt. Albert Fischer bekleidete dieses Amt 22 Jahre. In dieser Zeit waren 14 ernsthafte Einsätze bei Bränden und Hochwasser zu verzeichnen.


75-jähriges Gründungsfest (1952)

Gruppenfoto des Jubelvereins 1952Schon ein Jahr vor dem Gründungsfest am 28. April 1951 wurde durch den Kreisbrandinspektor Johann Zelzner 10 Feuerwehrlern eine Ehrenurkunde für 25 - und 50-jährige aktive Mitgliedschaft überreicht. (Für 50 Jahre Georg Bauer und Karl Artinger.)

Vom 12. bis 13. Juli 1952 feierte die Niedertraublinger Feuerwehr ihr 75-jähriges Gründungsfest.
Der Kirchenzug, der durch den Ort führte, wurde durch einen Reiter eröffnet, dem die "Trachtenkapelle Obertraubling, die Festmutter Mariele Blaimer, die Ehrenjungfrauen, Bürgermeister Josef Hofer, Senator Anton Koch und viele Ehrengäste und die Vereine folgten. In der offenen Remise des fürstlichen Gutes zelebrierte H. H. Kooperator Kohl aus Obertraubling den festlichen Gottesdienst und weihte die Fahnenbänder. In der Festansprache erbat der Geistliche Gottes Segen für den Verein zum Heile Niedertraublings und der Umgebung.

Kriegergedenktafel

Gedenktafel, die an die Gefallenen der beiden Weltkriege erinnert. Sie wurde am 13. Juli 1952 an die Gemeinde Niedertraubling übergeben und war seit dieser Zeit jahrelang in der Kriegerkapelle bei der Kirche. Nachem sie zwischenzeitlich einige Zeit im alten Spritzenhaus hing, hat sie heute ihren Platz im neuen Feuerwehrhaus.Nach dem Feldgottesdienst enthüllte Feuerwehrkommandant Albert Fischer eine von der Feuerwehr gestiftete Ehrengedenktafel für die Gefallenen der beiden Weltkriege. Die Holztafel erstellte der heimische Hobby-Schnitzer Karlheinz Bretting. Die Ehrentafel wurde nach einer kurzen Ansprache von Bürgermeister Josef Hofer in die Maria-Lourdes-Grotte getragen, wo Kommandant Albert Fischer unter den Klängen vom „Guten Kameraden“ einen Kranz niederlegte.
Nach Jahren wurde die Kapelle zur Gedenkkapelle für die Gefallenen der beiden Weltkriege umgebaut und die Namen in einer Steintafel verewigt. Die Holztafel bewahrte die Feuerwehr auf und sie befindet sich heute im neuen Gerätehaus.

Ein imposantes Bild bot am Nachmittag der Festzug durch den Ort. 56 Gastvereine folgten dem Jubelverein. Unter den Ehrengästen war auch Landrat Leonhard Deininger und Kreisbrandinspektor Zelzner. Der Zug endete im Wirtsgarten, der als Festplatz diente. Ein Zelt gab es damals nicht. Vor dem Festpodium nahmen die Vereine mit Ihren Fahnen, sowie eine unübersehbare Menge von Gästen Aufstellung um der Ansprache des Landrates Deininger zu lauschen, welcher die Wehr zum Gründungsfest beglückwünschte, der Bereitschaft und der Pflichterfüllung der Wehrmänner dankte und die Jugend aufrief, den Veteranen nachzueifern. Kreisbrandinspektor Zelzner überbrachte die Glückwünsche der 145 Wehren des Landkreises und bat die Feuerwehrler, die Tradition der vorausgegangenen Jahre zu pflegen zum Wohle unserer bayerischen Heimat. Anschließend folgte das Schmücken der Fahne mit den Widmungsbändern der Festmutter Mariele Blaimer, der Ehrenjungfrauen und des Patenvereins (FFW Obertraubling).
Den Festabschluss bildete ein fröhliches Beisammensein unter den Klängen zweier Kapellen. Ein Tanzpodium im Freien bot auch den Tanzlustigen ein willkommenes Vergnügen.


Hochwassereinsatz 1954 / 2002

Bei der Hochwasserkatastrophe der Donau im Juli 1954 waren viele Orte entlang der Donau von den Fluten bedroht oder überschwemmt. Viele Feuerwehren waren im Einsatz, unsere Wehr war im Bereich von Auburg und Illkofen tätig. Der damals alte Donaudamm war für eine so große Überschwemmung nicht geeignet. Um der zerstörenden Wirkung der Wassermassen Einhalt zu bieten, wurden Sandsäcke gefüllt und als Dämme aufgeschlichtet.
Für den tatkräftigen und entschlossenen Einsatz wurde unserer Wehr eine Urkunde überreicht.
Auch 2002 erhielt unsere Wehr als Dank für die aktive Mithilfe beim Jahrhunderthochwasser eine Urkunde des Innenministeriums.


Neuer Vorstand Spickenreither Josef (1954)

Bei der Jahreshauptversammlung 1953/54 am 04. April 1954 konnte Kommandant Albert Fischer 32 Mitglieder begrüßen. Der wichtigste Tagesordnungspunkt war die Bestellung eines neuen Vorstandes, da Otto Artinger wegen seines hohen Alters um Entlastung von seinem Posten gebeten hatte. Dem Wunsch wurde von den Mitgliedern entsprochen und es wurde gleichzeitig dem Kameraden Artinger die Ehrenvorstandschaft anerkannt.
Über vier Vorschläge wurden in geheimer Wahl abgestimmt. Dabei erhielt Blaimer Josef 19, Bauer Ludwig 6, Kellner Johann 4 und Spickenreither Josef 3 Stimmen. Blaimer Josef war somit gewählt. Er nahm trotz starken Bedauerns seiner Wähler die Wahl nicht an. Die Versammlung verlangte einen zweiten Wahlgang. Mit teilweise neuen Kandidaten wurde Spickenreither Josef als neuer Vorstand gewählt. Da Spickenreither Adjutant war, musste dieser Posten auch neu besetzt werden. Per Akklamation wurde Bauer Karl zum neuen Adjutanten gewählt. Die damalige Vorstandschaft setzte sich dann wie folgt zusammen:

  • Kommandant: Fischer Albert
  • Adjutant: Bauer Karl
  • Vorstand: Spickenreither Josef
  • 2. Vorstand: Hofer Josef
  • Schriftführer: Heimler Franz
  • Kassier: Allmeier Xaver

Anschaffung der 2. Tragkraftspritze (1957)

Tragkraftspritze (TS) von 1957Da unsere alte Tragkraftspritze aus den Kriegs- bzw. Nachkriegsjahren nicht mehr den Anforderungen entsprach, sehr schwache Leistung erbrachte und sehr reparaturanfällig war, wurde von der Gemeinde mit Auftrag vom 07.05.1957 eine neue Tragkraftspritze bestellt.
Am 07. Juni 1957 wurde die neue Tragkraftspritze TS 8/8 (Normbezeichnung) der Marke Ziegler (Hersteller Fa. Albert Ziegler, Giengen/Brenz) mit einem VW-Motor geliefert. Der Kaufpreis betrug 3.640,-- DM. Der VW-Industrie-Motor erbrachte bei einem Hubraum von 1192 ccm (4-Zylinder, luftgekühlt) eine Leistung von 28 PS. Als Startvorrichtung diente eine Anwerfkurbel. Die Feuerlöschkreiselpumpe brachte eine Nennleistung von 800 Liter/min. bei 80 m WS (Wassersäule-Nennforderhöhe).

Spritzenweihe

Am 10. Juli 1957 konnte die neue Tragkraftspritze TS 8/8 durch Bürgermeister Johann Kellner in einem Festakt dem Kommandanten Albert Fischer zur pfleglichen Behandlung übergeben werden. Kreisbrandinspektor Zelzner überbrachte die Grüße des Landrates Deininger und dankte der Gemeinde Niedertraubling und der Feuerwehr für den gezeigten Opferwillen. Um den Ankauf zu ermöglichen, leistete die Feuerwehr einen Kostenbeitrag von 500,-- DM. Nach einigen Worten des Vorstandes Josef Spickenreither gab H. H. Kooperator Lobinger der Spritze den kirchlichen Segen. In einer anschließenden Übung wurden die Feuerwehrler mit der TS vertraut gemacht.


Anschaffung des 2. Tragkraftspritzen-Anhängers (1957)

Tragkraftspritzenanhänger (TSA) von 1957Zur neuen Tragkraftspritze gehörte auch ein neuer Feuerwehrspritzen-Anhänger. Der alte, einfache Anhänger war für die Unterbringung der neuen Spritze und der sonstigen erforderlichen Ausrüstungsgegenstände nicht mehr geeignet.
Die Gemeinde Niedertraubling bestellte 1957 für die Feuerwehr einen, für damalige Gegebenheiten zeitgemäßen, Tragkraftspritzen-Anhänger (TSA).
Der zur Verfügung gestellte Anhänger war eine genormte geschlossene Stahlblechkonstruktion mit luftbereifung und Ausziehschlitten für die Spritze. 2 abnehmbare Schlauchhaspeln gehörten auch zur Ausstattung. Der Anhänger war für Handzug oder Kraftwagenanhängung geeignet. Das Baujahr war 1957. Hersteller war die Fa. Johann Zelzner, Fahrzeuggerätebau in Regenstauf. Der Kaufpreis betrug 2.350,--DM, laut Rechnung vom 20.07.1957.


Zwei Großbrände in einer Nacht (13. auf 14. März 1963)

Brand beim Anwesen Josef Mundigl

Brand beim Anwesen Mundigl am 13. März 1963In der Nacht vom 13.März 1963 brannte gegen 22.30 Uhr die Doppelscheune mit Wagenremise des Landwirtes Josef Mundigl. Nach wenigen Minuten war die Niedertraublinger Feuerwehr unter Kommandant Albert Fischer am Brandort. Nachdem die Landpolizei Großalarm ausgelöst hatte, erschienen die Feuerwehren aus Obertraubling, Mangolding, Köfering, Alteglofsheim, Thalmassing, Burgweinting, Mintraching und Harting. Die Stützpunktwehr Neutraubling, die Feuerwehrschule Regensburg und die Berufsfeuerwehr Regensburg eilten ebenfalls nach Niedertraubling. Die Feuerwehrmänner arbeiteten fieberhaft, konnten aber die riesigen Flammen und die Hitze nur etwas eindämmen und durch Bewässern das nahe liegende Wohnhaus mit Stallgebäude vor einer noch größeren Ausbreitung des Feuers bewahren. Nachbarn begannen bereits das Wohnhaus zu räumen und eventuell wenigstens die Einrichtungen zu retten. Große Stroh- und Heuvorräte, eine Dreschgarnitur, ein Mähbinder und zahlreiche neuwertige landwirtschaftliche Geräte, sowie vier Stück Großvieh, die auch in der Scheune untergebracht waren, fielen den Flammen zum Opfer. Nach etwa 2 Stunden war das hölzerne Gebäude abgebrannt und das Feuer soweit gelöscht, sodass die herbeigerufenen Nachbarwehren abrücken konnten.
Die örtliche Feuerwehr hielt Brandwache um eine eventuell wieder aufflammende Glut sofort löschen zu können. Gut zwei Stunden später erblickten die wachenden Feuerwehrler über dem Ortsteil Embach erneut eine Rauchsäule aufsteigen.

Brand beim Gutshof Josef Blaimer

Kdt. Albert Fischer (rechts) mit Helfern vor den Brandruinen des Blaimer-HofesGegen 02.40 Uhr des 14. Märzes wurde abermals Großalarm ausgelöst. Die große Hofscheune und eine Stallung des Gutshofes von Josef Blaimer im Ortsteil Embach standen in Flammen. Die brandwachehaltenden Mannen der Niedertraublinger Feuerwehr wechselten eiligst den Einsatzort. Dieses Mal verzögerte sich die Anfahrt der zu Hilfe gerufenen Feuerwehren etwas, da die Feuerwehrmänner ja erst von einem kräftezehrenden Einsatz zurückgekommen waren. Trotzdem eilten die Feuerwehren aus Obertraubling, Neutraubling, Köfering, Thalmassing und Mangolding wieder nach Niedertraubling. Die Berufsfeuerwehr aus Regensburg meinte zunächst: „da waren wir doch erst“, erschien dann aber ebenfalls wieder. Mit der riesengroßen Scheune verbrannte eine Menge Stroh und Futtervorräte, ein Mähdrescher, eine Kartoffelvollerntemaschine, eine Hochdruckpresse, eine Heuerntemaschine, verschiedene wertvolle landwirtschaftliche Geräte und fünf gummibereifte Wägen. Das große Feuer griff so schnell auf den Schweinestall über, dass das Retten der Tiere nicht mehr möglich war. So kamen in den Flammen 16 Muttersauen, 43 Ferkel, ein Eber und 7 Jungrinder um. Die Feuerwehrler am Brandort arbeiteten bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Spezialeinheiten der Kripo und der Landespolizei nahmen Ermittlungen wegen der Brandursache auf.
Bürgermeister Hans Kellner, der sich selbst an den Aufräumarbeiten beteiligte, erbat über das Landratsamt die Hilfe der Bundeswehr mit schweren Geräten. 40 Soldaten beseitigten nicht nur die verbrannten Gebäudereste und landwirtschaftlichen Großgeräte sondern auch die vielen verkohlten Tierkadaver.
Tief beeindruckt von der Leistung der Feuerwehren und vom Kameradschaftsgeist der Ortsbewohner von Niedertraubling und Obertraubling war Landrat Leonhard Deininger, der nach einer Landtagssitzung direkt nach Niedertraubling zu den Brandplätzen eilte.
Zeitungsbericht über die Brandnacht von 1963Die beiden Großbrände wurden durch Brandstiftung verursacht. In den Verdacht geriet ein Niedertraublinger Bürger. Trotz einiger Zeugen, die verdächtiges beobachteten, gab es keine direkten Tatzeugen. Der vom Gericht veranlasste Ortstermin brachte verschiedene Erkenntnisse. Bei der Gerichtsverhandlung wurden noch eine weitere Person und verschiedene Gegebenheiten eingebracht. Es wurde ein Indizienprozess, bei dem die Beweisführung sehr schwer war. Das Gericht hatte auch nach vier Verhandlungstagen keine besonderen Fortschritte in der Wahrheitsfindung gemacht. Der vorsitzende Richter stellte in der Urteilsbegründung fest, dass der Angeklagte der vorsätzlichen Brandstiftung dringend verdächtig sei, doch seien die Indizien nicht ausreichend, den Angeklagten als Brandstifter zu verurteilen. Der Angeklagte wurde freigesprochen.

Forderung nach einer zentralen Wasserversorgung (1963)

In der Jahresversammlung am 01. Juni 1963 schilderte Kommandant Albert Fischer den Einsatz der Wehr bei den beiden Großbränden im Frühjahr des Jahres. Bürgermeister Johann Kellner und Vorstand Spickenreither dankten allen Feuerwerkammeraden für den vorbildlichen Einsatz bei der Brandkatastrophe. Vorstand Spickenreither bat den Bürgermeister sich dafür einzusetzen, dass die zentrale Wasserversorgung bald verwirklicht werde. Die Notwendigkeit hierfür habe sich besonders bei den beiden letzten Großbränden gezeigt.
Zu bemerken ist hier, dass bei den Löscharbeiten nur Wasser aus den anliegenden Bächen entnommen werden konnte, die je nach Jahreszeit oft gerade noch ausreichend Wasser führten und angestaut werden mussten.
Allgemein betrachtet hatte Niedertraubling den Vorteil, dass sich in und außerhalb des bebauten Ortsbereiches einige kleine Bäche und Weiher befinden bzw. befanden. Heute ist der Ortsbach verrohrt und ein ehemaliger kleiner Weiher („Hofer Weiher“) zugeschüttet. Für den Ortsteil Embach wurde der „Kapfelsperger Weiher“, der auch etwas abseits der Höfe liegt, von der Gemeinde als Löschteich unterhalten. Dieser Weiher dient heute noch zu Übungszwecken für die Feuerwehr (z. B. bei der Ablegung von Leistungsprüfungen).


Brand bei der Hühnerfarm Pröpstl

Am 22. November 1965 gegen 04.00 Uhr früh brannte bei dem außerhalb des Ortsbereiches liegenden Anwesen von Ernst Pröpstl ein freistehendes Gebäude seiner Hühnerfarm. Die Ortswehr konnte wegen Wassermangel, da der nahe liegende Bach gerade sehr wenig Wasser führte, nicht ausreichend löschen. Man rief die Neutraublinger Feuerwehr mit einem Tanklöschfahrzeug herbei. Der im Gebäudevorraum befindliche Öltank und die benachbarten Hühnerhäuser konnten vom Feuerübergriff verschont werden. Als Brandursache wurde Selbstentzündung angenommen, da der Stall elektrisch beheizt wurde. Dem Brand fielen 600 schlachtreife Gockel zum Opfer.


Brand im alten Wasserschloß

Brand Wasserschloss 1970Niedertraublinger WasserschlossAm 28. August 1970 spielten drei Kinder im alten Kälberstall des Saatzuchtbetriebs Lang-Doerfler mit Streichhölzern. Ein elfjähriger Bub entfachte mit einer selbst gebastelten Rakete einen Brand. Durch das eingelagerte Heu und Stroh breiteten sich die Flammen schnell aus und ergriffen den Dachstuhl. Die alten, meterdicken Außenwände widerstanden dem Feuer. Nach einer Stunde hatten die örtliche Feuerwehr und die Wehren aus Ober- und Neutraubling den Brand unter Kontrolle. Das nur wenige Meter entfernt liegende, mit Holzschindeln bedeckte Gebäude der Saatzucht, konnte dank günstiger Windverhältnisse und dem schnellen Einsatz der Feuerwehren vor einem Feuerübergriff bewahrt werden. Durch den Brand wurde der westliche Teil des Geviertes des Jahrhunderte alten Niedertraublinger Wasserschloßes vernichtet. Die Mauerreste wurden später abgerissen.


Zentrale Wasserversorgung (1971/72)

Die beste Ausrüstung und der größte Einsatzwille der Feuerwehrler bei einem Schadensfeuer ist wenig Erfolg versprechend ohne ausreichende Löschwasserversorgung. Die ideale Lösung zur Löschwasserversorgung ist eine örtliche Wasserleitung. In Niedertraubling wurde im Jahre 1972 die zentrale Wasserversorgung mit einem umfangreichen Rohrnetz errichtet, das durch den gemeindlichen Brunnen und Hochbehälter in Piesenkofen ausreichend gespeist wird. Die zentrale Wasserversorgung liefert im Ortsbereich und somit auch im üblichen Einsatzbereich der Feuerwehr ausreichend Löschwasser mit dem nötigen Druck. Bei der örtlichen Wasserversorgung sind für die Entnahme von Löschwasser ausreichend Hydranten (Überflur- und Unterflurhydranten) eingebaut.


Neuer Kommandant Franz Kapfelsperger (1973)

Bei der Generalversammlung am 29. Mai 1973 wurde von den Feuerwehrkameraden Franz Kapfelsperger zum neuen Kommandanten gewählt, nachdem Albert Fischer sein Amt zur Verfügung stellte. In die weitere Vorstandschaft wurden gewählt:

  • 2. Kommandant: Josef Gruber
  • 1. Vorstand: Josef Spickenreither
  • 2. Vorstand: Heinrich Bauer
  • Schriftführer: Herbert Bauer
  • Kassier: Xaver Allmeier.

Zu bemerken ist, dass Franz Kapfelsperger das Amt des Kommandanten mit viel Ehrgeiz, Umsicht und Einsatz 29 Jahre lang bekleidete.

Chronik 1973 bis 2000

100-jähriges Gründungsfest mit Fahnenweihe (1978)

Jubelverein 1978Vom 30. Juni bis 03. Juli 1978 feierte die Niedertraublinger Feuerwehr ihr 100 jähriges Gründungsfest mit Fahnenweihe.
Die Vorstandschaft bestand aus 1. Vorstand Josef Spickenreither, 2. Vorstand Heinrich Bauer, 1. Kommandant Franz Kapfelsperger, 2. Kommandant Josef Gruber, Schriftführer Herbert Bauer und Kassier Xaver Allmeier.
Zur Vorbereitung des Festes wählte man bei der Versammlung am 24. Mai 1977 einen aus 20 Kameraden bestehenden Festausschuss, der in vielen Sitzungen den präzisen Ablauf plante. Als Fahnenmutter fungierte Paula Hofstetter, als Fahnenbraut Mariele Gruber (heute Beer) und als Fahnenjunker Hans Blaimer. 10 junge Niedertraublingerinnen bereicherten als Festdamen und 4 Kinder als Festmädchen die Feierlichkeiten.
Eine ca. 70 Seiten umfassende Festschrift wurde von Herbert Bauer gestaltet, hierbei schrieb Heinrich Doerfler die Ortschronik sowie die Vereinsgeschichte und Georg Wild sorgte für die Werbungen.
Das Festzelt und der Festplatz befand sich auf der damals noch nicht bebauten Wiese hinter dem Wirtsgarten (heute östlicher Teil der Tassilostraße - ab Schulstraße).

Fahnenbeschreibung - Fahne von 1978

Fahne 1978 - Fahnenspitze (Hl. Florian)Unsere im Jahre 1978 angeschaffte und beim 100-jährigen Gründungsfest geweihte Fahne wurde bei der Fahnenstickerei des Klosters in Aiterhofen gefertigt. Die Anschaffungsgelder spendeten die Niedertraublinger Bürger und einige Unternehmer der Gem. Obertraubling. Die Fahnenvorderseite zeigt, neben der Beschriftung „Freiwillige Feuerwehr Niedertraubling“ unsere Kirche von der Südseite mit dem Gemeindewappen und dem Wappen des Landkreises Regensburg. Auf der Fahnenrückseite ist der Heilige Florian dargestellt, der das brennende Niedertraublinger Wasserschloß mit seinem Bottich löscht. Neben dem Leitspruch der Feuerwehren „Gott zur Ehr dem Nächsten zur Wehr“ ist auch noch das Feuerwehremblem zu sehen. Eine Besonderheit ist unsere Fahnenspitze. Sie ist eine ca. 18 cm hohe vergoldete Metallplastik des Hl. Florians. Sie wurde von den Metallkünstlern Klier und Artmann gefertigt, die damals ihre Werkstatt in der ehemaligen Schmiede von Xaver Allmeier hatten. Karl Artinger, der Vater des heutigen Gärtnereibesitzers, spendete die Fahnenspitze. Diese vergoldete Spitze hebt unsere Fahne von den üblichen Fahnenspitzen ab und dürfte eine der schönsten und wertvollsten des Landkreises sein.

Fahne 1978 - RückseiteFahne 1978 - Vorderseite


Neuer Vorsitzender Herbert Bauer (1979)

Bei der Generalversammlung mit Neuwahlen am 17. April 1979 dankte Vorstand Josef Spickenreither nochmals allen Vereinsmitgliedern für den reibungslosen Ablauf unseres, im Vorjahr veranstalteten Festes. Kommandant Franz Kapfelsperger überreichte den aus gesundheitlichen Gründen zurücktretenden Vorstand einen Geschenkkorb und ernannte ihn zum Ehrenvorstand. Bürgermeister Hermann Zierer überreichte Spickenreither eine Dankesurkunde der Gemeinde für seine 25-jährige ehrenamtliche Tätigkeit bei der Feuerwehr. Die Instandsetzung des Gerätehauses durch die Gemeinde und die Feuerwehrkameraden würdigte der Kommandant in seinem Jahresrückblick. Ein Feuerwehranhänger, von einem langsamen Schlepper gezogen, ist bestimmt nicht mehr zeitgemäß, so wäre die Anschaffung eines kleinen Feuerwehrautos der größte Wunsch des Kommandanten. Diese Forderung war besonders an die Adresse des Bürgermeisters Zierer gerichtet. Bei den folgenden Neuwahlen wurde Schriftführer Herbert Bauer zum neuen Vorstand gewählt. Schriftführer wurde nun Alois Hofstetter. Die weitern Vorstandsmitglieder wurden in ihrer Funktion wieder gewählt. 2. Vorstand: Heinrich Bauer, 1. Kommandant: Franz Kapfelsperger. 2. Kommandant: Josef Gruber und Kassenwart: Xaver Allmeier.


Zur Erinnerung

Am 07. September 1979 verstarb unser Ehrenmitglied - fürstlicher Gutspächter Heinrich Doerfler. Doerfler verfasste die Ortsgeschichte und die Chronik unserer Feuerwehr für die Festschrift anlässlich des 100-jährigen Gründungsfestes mit Fahnenweihe im Jahre 1978.
Am 07. Oktober 1979 verstarb unser Ehrenvorstand, Gastwirt Josef Spickenreither. Spickenreither führte als Vorstand die Niedertraublinger Feuerwehr 25 Jahre lang.


Gründung der Jugendfeuerwehr Niedertraubling (1981)

Am 01.07.1981 wurde die Jugendfeuerwehr Niedertraubling gegründet. Zweck einer Jugendfeuerwehr war und ist die Gewinnung von jungen Kameradinnen und Kameraden für die Feuerwehr. Zu Beginn durften Jugendliche ab 16 Jahren der Feuerwehr beitreten, heute dürfen sie, nachdem das Eintrittsalter zwischenzeitlich auf 14 herabgesetzt wurde, bereits mit 12 Jahren zur Feuerwehr. Neben der Grundausbildung, die während der Jugendzeit durchgeführt wird, steht natürlich der Gemeinschaftsgedanke und der Spaß an der Sache im Vordergrund.


Unser Feuerwehrauto (1981)

Bei der Versammlung am 17.04.1979 äußerte Kommandant Franz Kapfelsperger vor den Feuerwehrlern und Bürgermeister Hermann Zierer erstmals den Wunsch nach einem kleinen Feuerwehrauto. Bürgermeister Zierer war von einer Anschaffung nicht besonders begeistert, da dies dann wegen der Gleichbehandlung für die drei Ortsteil-Wehren zu erfolgen hätte.
Am 19.07.1979 stellten Kommandant Franz Kapfelsperger und Vorstand Herbert Bauer den schriftlichen, gut begründeten Antrag zur Anschaffung eines Einsatzfahrzeuges an die Gemeindeverwaltung Obertraubling.
Nach dem frühen Tod des Bürgermeisters Hermann Zierer (27.11.80) wurden Neuwahlen für das Bürgermeisteramt erforderlich. Vorstand Herbert Bauer brachte die notwendige Anschaffung mit Geschick und wie sich später herausstellte auch mit Erfolg in den Wahlkampf der Bürgermeisterkandidaten ein.
Bei einer Gemeinderatssitzung um Pfingsten 1981 beschloss der Rat den Ankauf des kostengünstigen Fahrzeuges von VW (ca. 36.700,-- DM) für die Niedertraublinger und die Oberhinkofener Feuerwehr.
Am 08. Oktober 1981 stellte dann der neu gewählte Bürgermeister Leo Graß von der Großgemeinde Obertraubling der Ortsteil-Wehr ein Tragkraftspritzenfahrzeug Marke VW Typ LT 28 zur Verfügung. Die große Freude währte aber nur zehn Tage. Bei einer Probefahrt am 18. Oktober 1981 auf einer engen Straße bei Moosham kam dem Löschfahrzeug in einer Kurve ein PKW entgegen. Beim Ausweichmanöver des Feuerwehrfahrzeuges geriet dieses auf den Seitenstreifen und rutschte in den Straßengraben. Im umgekippten Feuerwehrauto, das mit 5 Personen besetzt war, wurden 4 Personen, Gott sei Dank, nur leicht verletzt. Die Presse berichtete: „Löschfahrzeug noch vor der Weihe im Feld überschlagen“. Da bei einem neuen Auto eine Reparatur sehr bedenklich ist und versicherungstechnisch unerheblich, hat die Großgemeinde unbürokratisch wieder ein neues Auto zur Verfügung gestellt, das am 21.5.1982 zugelassen wurde.

Fahrzeugweihe

Fahrzeugweihe am 26. Juni 1982Am Samstag, den 26. Juni 1982 konnte das neue Tragkraftspritzenfahrzeug geweiht werden. Die Feierlichkeiten begannen mit einem Gottesdienst in der Filialkirche und einem Zug zum Gerätehaus, wo das von der Gärtnerei Artinger festlich geschmückte Auto stand.
Vorstand Herbert Bauer konnte Bürgermeister Leo Graß, viele Gemeinderäte, Oberstudienrat Georg Strupf, KBR Heinrich Ettl, KBM Josef Heigl, den Ehrenkommandanten Albert Fischer, weitere Prominenz und viele Zuschauer begrüßen. Er erwähnte in seiner Rede, dass die Anschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeuges keine Modeerscheinung sei oder zur Präsentation diene, sondern ein dringend notwendiges Ausrüstungsgerät ist, das die Schnelligkeit und Schlagkraft der Feuerwehr erheblich steigert.
Nach einem kurzen feuerwehrtechnischen Rückblick stellte Herr Bauer fest, dass der von einer landwirtschaftlichen Zugmaschine gezogene Einachs-Anhänger nun auch in Niedertraubling der Vergangenheit angehört.
Bürgermeister Leo Graß gab der Freude Ausdruck, dass dem Wunsch der Niedertraublinger Feuerwehrler auf Anschaffung eines Autos von der Gemeinde entsprochen werden konnte. Anschließend überreichte der Bürgermeister dem Kommandanten Franz Kapfelsperger mit einem Augenzwinkern die Fahrzeugschlüssel mit dem Wunsch für unfallfreies Fahren. Der Kommandant bedankte sich und versicherte einen vorsichtigen Umgang mit der neuen Anschaffung.
Bevor Oberstudienrat Georg Strupf die Weihe des Autos vornahm unterstrich er die Bedeutung der kirchlichen Weihe.
KBR Heinrich Ettl dankte der Gemeinde für die Anschaffung und beglückwünschte die Niedertraublinger Wehr. KBM Josef Heigl schloss sich den Worten des KBR an.
Vorstand Herbert Bauer bedankte sich bei der Gemeinde für die Anschaffung des Fahrzeuges, bei Herrn Pfarrer Strupf für die Weihe, bei den Feuerwehrführungskräften des Landkreises für das Erscheinen und den treffenden Worten. Der Vorstand bedankte sich auch bei der Gemeinde für die Bereitstellung der Baumaterialien und bei den Feuerwehrkameraden für die freiwillige Arbeitsleistung beim erforderlichen Torumbau des Gerätehauses. Anschließend lud er alle Anwesenden ein, nach einem kleinen, von der Musikkapelle Neutraubling begleiteten, Umzug durch das Dorf zur Gaststätte „Altes Schloß“ bei einem Umtrunk die Fahrzeugweihe ausklingen zu lassen.


Satzung des Feuerwehr-Vereins (1984)

Die Feuerwehr Niedertraubling hatte, wie viele andere Vereine, keine Vereinssatzung.
Seit 01.01.1982 ist das Bayerische Feuerwehrgesetz in Kraft. Zum Vollzug dieses Gesetzes hat die Gemeinde Obertraubling eine Satzung für die Freiwilligen Feuerwehren der Großgemeinde erlassen, da diese öffentliche Einrichtungen der Gemeinde sind. Die Gemeindeverwaltung hat auf eine Muster-Vereinssatzung (Muster für die Satzung von Feuerwehren, veröffentlicht im MABl 10/1983) hingewiesen und die Einführung einer Satzung empfohlen.
Vorstand Herbert Bauer hat die Mustersatzung etwas ergänzt bzw. auf unseren Verein abgestimmt. Bei der Mitgliederversammlung am 14.04.1984 wurde der Beschluss zur Annahme der Satzung gefasst. Diese Satzung war bis zur Neufassung und der Eintragung in das Vereinsregister am 18.03.2003 gültig.


Flut von Ehrungen (1988)

Bei der Vereinsversammlung in der Gaststätte „Altes Schloß“ am 19. Januar 1988 konnte Vorstand Herbert Bauer ca. 70 Vereinskameraden begrüßen. Der Versammlungszweck war die Ehrung von aktiven und langjährigen Vereinsmitgliedern. Landrat Rupert Schmid, Kreisbrandrat Heinrich Ettl, Bürgermeister Leo Graß, Vorstand Herbert Bauer und Kommandant Franz Kapfelsperger konnten 33 Kameraden Ehrenkreuze und Urkunden aushändigen. Die Presse berichtete von einer „Flut von Ehrungen“.
Im Namen des Staatsministeriums des Innern wurden 23 Kameraden für 25-jährige und 4 Kameraden für 40-jährige aktive Mitgliedschaft mit dem silbernen bzw. goldenen Ehrenkreuz ausgezeichnet.
Vereinsinterne Urkunden für langjährige Mitgliedschaft konnten 4 Kameraden für 50-jährige und 2 Kameraden für 60-jährige Mitgliedschaft überreicht werden (60 Jahre: Rupert Meindl und Otto Artinger):
Josef Blaimer, Alois Heimler und Xaver Allmeier wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Mit einem gemeinsamen Essen und Unterhaltungsmusik durch den Vereinskameraden Xaver Döllinger wurde der offizielle Teil des Abends abgeschlossen.
Zu bemerken ist, dass im Laufe der Vereinsgeschichte, je nach Bedarf, in unregelmäßigen Abständen Ehrungen durchgeführt wurden und weiterhin auch werden (z. B. 1978, 1988, 1994 und am 125-jährigen Gründungsfest 2003).

Ehrungen der Führungskräfte (F. Kapfelsperger / H. Bauer)

Der Landkreis Regensburg ehrt jährlich langjährige, ehrenamtlich tätige Feuerwehrführungskräfte. So wurden Kommandant Franz Kapfelsperger am 16. Juli 1988 bei einer Feier in Regenstauf und Vorstand Herbert Bauer am 28. April 1994 in Schierling eine Urkunde vom Landrat Rupert Schmid überreicht.
Am Tag des Ehrenamtes verleiht auch die Gemeinde Obertraubling jährlich an langjährige ehrenamtliche Vereins-Führungskräfte und sonstige verdiente Personen eine Anstecknadel und eine Ehrenurkunde, verbunden mit der Eintragung in das goldene Buch der Gemeinde. Bürgermeister Alfons Lang ehrte am 06. November 1998 Kommandant Franz Kapfelsperger und am 21. Januar 2001 1. Vorsitzenden Herbert Bauer.


Anschaffung der 3. (derzeitigen) Tragkraftspritze (1993)

Die 1957 in den Dienst gestellte TS 8/8 (TS =Tragkraftspritze) war nur noch bedingt einsatzfähig. Sie erbrachte den vom TÜV geforderten Druck nicht mehr. Ersatzteile waren auch nicht mehr lieferbar, so war die Anschaffung einer neuen TS unbedingt erforderlich. Die alte TS steht im neuen Gerätehaus und ist eventuell für untergeordnete Zwecke oder als Reserve noch nutzbar.
Im Jahre 1993 wurde die neue, damals modernste Tragkraftspritze mit der Normbezeichnung TS 8/8 in den Dienst gestellt. Die TS mit der Typenbezeichnung „Rosenbauer Fox“ wurde von der Firma Rosenbauer aus Leonding in Österreich gefertigt. Der 2-Zylinder BMW-Motor (Motorradmotor) leistet bei 798 ccm Hubraum 46,2 PS. Als Startvorrichtung dienen eine Elektro-Startanlage und ein Seilzug-Reversierstarter. Die Rosenbauer-Pumpe erbringt eine Nennförderleistung von 1600 Liter/min bei 8 bar (80 m WS). Der Kaufpreis betrug ca. 18.000,-- DM.

Spritzenweihe

Spritzenweihe am 18. Juli 1993Am 18. Juli 1993 wurde im Rahmen eines kleinen Festaktes die neue Tragkraftspritze geweiht. Nach einem Gedenkgottesdienst für die verstorbenen Feuerwehrkameraden zog die Wehr, begleitet von der Musikkapelle Schultes, von der Kirche zum Bolzplatz, wo die blumengeschmückte neue Spritze neben der alten TS, der alten Handdruckspritze und dem Feuerwehrauto aufgebaut war. Vorstand Herbert Bauer begrüßte bei den einleitenden Worten viele Gäste, Feuerwehrler, den Bürgermeister und die Gemeinderäte, den Pfarrer und die Feuerwehrführungskräfte des Landkreises. Nachdem Pfarrer Franz Ferstl in seiner Ansprache auf den Dienst der Feuerwehr für die Allgemeinheit hingewiesen hatte, erteilte er der neuen Spritze den kirchlichen Segen. Nach der Rede und den Dankesworten des Kommandanten Franz Kapfelsperger folgten noch Worte des Kreisbrandrates Josef Schmalzbauer und des Bürgermeisters Leo Graß. Vorstand Herbert Bauer dankte Bürgermeister Graß und den Gemeinderäten für die Beschaffung der neuen Tragkraftspritze, versicherte eine pflegliche Behandlung und gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Spritze oft zu Übungen, aber nur selten zu Einsätzen gebraucht werde. Zum Schluss lud der Vorstand die Gäste zur anschließenden Sonnwendfeier ein.


Brand der Feldscheune 1953/1998

1998 abgebrannter Feldstadel zwischen Niedertraubling und NeutraublingAußerhalb des Ortes, in weiter Flur zwischen Niedertraubling und Neutraubling lagen zwei große Feldstadel des fürstlichen Gutes. Eine Scheune brannte bereits am 14.05.1953 aus ungeklärten Gründen ab. Am 11.03.1998 gegen Abend stand auch die noch vorhandene Scheune in Brand. Ein Autofahrer informierte über Handy die Neutraublinger Feuerwehr, so dass unsere und die Obertraubliner Wehr erst später am Brandort eintrafen. An dem freistehenden aus Holz gebauten Scheunengebäude war nicht mehr viel zur retten. Das Feuer entstand vermutlich durch Brandstiftung. Bei derartigen Baulichkeiten wird eine wirksame Brandbekämpfung oft in Frage gestellt.

Sonstige größere erinnernswerte Brände

Am 15. August 1959 wurde das dem Wohnhaus angebaute Stallgebäude des Landwirtes Wilhelm Wagner in Einthal von einem Blitzschlag in Brand gesetzt. Die aus dem näheren Umkreis angerückten Feuerwehren konnten das Feuer eindämmen, das Wohnhaus und die Scheune vor den Flammen retten. Der Stall brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Erwähnenswert ist auch der Großbrand der so genannten „Fichtlhalle“, einer Lagerhalle am Bahnhof in Obertraubling am 25. Juli 1972, da hier die Niedertraublinger Wehr sehr aktiven Einsatz leistete. Der Brand entwickelte so große Hitze, dass sich die angrenzenden Stahlmasten der Bahn verbogen. Es strömten auch toxische Gase aus, die den Einsatzkräften gesundheitliche Probleme bereiteten. Ein Teil der Halle konnte gerettet werden.


Patenbitten mit Florianstag

Patenbitten 1998Im Rahmen eines Florianstages am 08. Mai 1998 hat uns die Vorstandschaft der Freiwilligen Feuerwehr Obertraubling gebeten bei ihrem 125-jährigen Gründungsfest vom 04. - 07. September 1998 die Patenschaft zu übernehmen.
Nach einem Festgottesdienst, zelebriert von Pfarrer Franz Ferstl, zu Ehren des Hl. Florians, zogen die Feuerwehren der Großgemeinde, begleitet von einer Musikkapelle, zum Feuerwehrgerätehaus bzw. zum Platz vor dem Gerichts-halterhaus.
Nach der Begrüßung der zahlreichen Anwesenden aus der Großgemeinde durch Vorstand Herbert Bauer erfolgte der Antrag zur Übernahme der Patenschaft durch Karl Inkofer, dem Festleiter der Obertraubling Feuerwehr. Vorstand Albert Kotarski und Kommandant Thomas Kotarski mussten dabei traditionell auf einem sehr spitzen Holzscheit kniend, die Bitte vorbringen.
Der Vorstand der Niedertraublinger Wehr Herbert Bauer erhörte die Bitte der Obertraublinger und erlöste die beiden Knienden. Festmutter Gerlinde Pielmeier bedankte sich für die Übernahme der Patenschaft.
Die Bitten der Obertraublinger und die Antworten der Niedertraublinger erfolgten in Gedichtsform und teilweise in Mundart.
Der Schirmherr des Obertraublinger Feuerwehrfestes, Bürgermeister Alfons Lang zeigt sich von dem Gemeinschaftsgeist und der Verbundenheit der Ortswehren beeindruckt, die diese Veranstaltung ins Leben gerufen haben. Mit dem Hinweis, dass der Hl. Florian nicht nur der Schutzpatron der Feuerwehren, sondern auch der Bierbrauer sei, zapfte Lang das bereitgestellte Bierfass an.
Nach einem Umtrunk marschierten alle Anwesenden in den Biergarten des Gasthauses „Altes Schloß“, um bei einem gemütlichen Beisammensein die Feier ausklingen zu lassen.

Patenschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr Obertraubling (1998)

Die FF Niedertraubling als Patenverein beim 125-jährigen Gründungsfest der FF ObertraublingDie Freiwillige Feuerwehr Niedertraubling übernahm beim 125-jährigen Gründungsfest der Obertraublinger Feuerwehr vom 04. - 07.09.1998 die Patenschaft. Zu bemerken ist, dass die Niedertraublinger Wehr bereits beim 50-jährigen Gründungsfest mit Fahnenweihe am 19.7.1925 und beim 80-jährigen Gründungsfest mit Fahnenweihe am 26.7.1953 Patenverein der Obertraublinger Feuerwehr war.
Zum Auftakt des 125-jährigen Gründungsfestes der Nachbarwehr traf man sich am Freitag, den 04. September 1998 beim Gerätehaus in Obertraubling. Gemeinsam marschierten die Obertraublinger und Niedertraublinger Feuerwehr mit ihrer Vorstandschaft, den Festmüttern und den Festdamen zum Schirmherrn und Bürgermeister Alfons Lang, um ihn abzuholen. Nach einem Umtrunk und einer Brotzeit marschierte man hinter der Trachtenkapelle Obertraubling-Wolfskofen zum Festplatz auf dem Dannhauser-Grundstück neben der BayWa, wo der Bürgermeister mit dem Bieranstich das Fest offiziell eröffnete.
Am Samstag, 05. September, marschierten die beiden Wehren, nach einer kräftigen Stärkung bei der Festmutter Gerlinde Pielmeier zur Kriegerkapelle, um den verstorbenen und gefallenen Kameraden zu gedenken. Vorstand Albert Kotarski erinnerte an die Vorfahren und legte zum Gedenken einen Kranz nieder. Bevor im Festzelt der gemütliche Teil begann, würdigten Festleiter Karl Inkofer, Schirmherr Alfons Lang, Ehrenschirmherr Leo Graß, MdB Benno Zierer und MdB Erika Simm, sowie der Vorstand der Niedertraublinger Wehr Herbert Bauer die Verdienste der Obertraublinger Wehr. Der Stimmungsabend wurde von den Moosgrab´ntalern aus Neutraubling gestaltet.
Der Sonntag, 06. September, begann mit dem Weckruf, dem Einholen der Ehrengäste und den ca. 50 Gastvereinen. Nach einigen Regenschauern marschierte man im Kirchenzug zur Pfarrkirche, in der Pfarrer Franz Ferstl den Festgottesdienst zelebrierte, den die Mintrachinger Blaskapelle umrahmte. In der Festpredigt erinnerte Pfarrer Ferstl an die Hilfe Gottes, den Barmherzigen Samariter und die Nächstenliebe. Nach der Segnung der Erinnerungsbänder schloss sich in der Kirche der Festakt an. Festmutter Gerlinde Pielmeier und Festbraut Daniela Braun hefteten ihre Bänder an die Fahne. Brigitte Neumeier übergab das Band des Jubelvereins an den Patenverein und unsere Festmutter Paula Hofstetter überreichte das Patenband an die Obertraublinger Wehr.
Ein farbenprächtiges und imposantes Bild bot am Nachmittag der Festzug durch den festlich geschmückten Ort. Viele Zuschauer umrahmten den Zug der Ehrengäste, der Feuerwehren und der sonstigen Ortsvereine. Zu bemerken ist, dass die Niedertraublinger Feuerwehr die alte Handdruckspritze, von einem Oldtimer-Schlepper gezogen, im Festzug mitführte. Den Abend des Festsonntages gestaltete eine Stimmungskapelle und der Obertraublinger Humorist und Altbürgermeister Leo Graß mit originellen G´stanzln.
Zum Festausklang am Montag ging mit der Stimmungskapelle - den Bachler Buam - das schöne, vom Wetter allerdings nicht verwöhnte, aber gelungene Gründungsfest zu Ende.
Die Partnerschaft zwischen der Obertraublinger und Niedertraublinger Wehr wurde sicher gestärkt und vertieft bzw. einzelne persönliche und dauerhafte Freundschaften geknüpft.

Chronik 2000 bis heute

Unser neues Gerätehaus (2000)

Meilenstein in unserer Feuerwehrgeschichte

Feuerwehrgerätehaus Niedertraubling seit 2000Unser altes Gerätehaus neben dem Dorfweiher war nicht mehr zeitgemäß und fast baufällig. Der etwas schlammige und feuchte Untergrund gab immer wieder nach und immer wieder entstanden Setzungsrisse. Die gesamte materielle Bausubstanz der ersten Nachkriegsmaterialien war auch nicht von besonderer Qualität.
Auf Antrag der Vorstandschaft, das Gerätehaus zu sanieren, besichtigte der Gemeinderat im Mai 1996 das Gebäude. Eine Instandsetzung und eine Erweiterung wurden hierbei als nicht sinnvoll erachtet. Da ein bebaubares, neues Grundstück erforderlich war, wurde unter Einbeziehung des Fachberaters für Brandschutz Herr Perrey und des Kreisbrandrates Herr Knott das gemeindliche Grundstück des Schulgartens als geeignet empfunden.
Nach einer Besichtigungsfahrt mit den Vertretern der Feuerwehr (F. Kapfelsperger und H. Bauer) am 20.07.1996 stimmte der Gemeinderat dem Entwurfsvorschlag des Ingenieurbüros Trummer aus Neutraubling zu. Die Kostenschätzung lag bei 690.000,-- DM. Die Baugenehmigung erteilte das Landratsamt am 12. März 1997. Die Regierung genehmigte den vorzeitigen Baubeginn und legte die zuwendungsfähigen Kosten auf vorläufig 394.000,-- DM fest. Es konnte daher mit einer staatlichen Förderung von ca. 28 % gerechnet werden.
Am 14. August 1998 begann durch die freiwilligen Helfer der Feuerwehr und der Beihilfe der Landschaftsgärtnerei Karl Artinger der Humusabtrag. Nach Vollendung des Baues lud Bürgermeister Alfons Lang die Gemeinderäte, die Feuerwehrvorstandschaft und die am Bau beteiligten Personen zum Richtschmaus in die Gaststätte „Altes Schloß“ (Laumer) ein.
Nach den zeitaufwendigen Installationsarbeiten konnte der Putz angebracht werden. Nach der Fertigstellung des Außenputzes im Sommer 1999 erhielt die Giebelfassade den Schriftzug „Freiwillige Feuerwehr Niedertraubling“ und eine vom 1. Vorstand Herbert Bauer gestaltete und gestiftete Darstellung des Schutzheiligen „St. Florian“ mit dem ehemaligen Niedertraublinger Wasserschloß. Die lebensgroße Darstellung erstellte der Hobbymaler Alfred Adamzik aus Oberhinkofen.

Im Frühjahr des Jahres 2000 wurde das Gerätehaus fertig gestellt. Maler- und Anstricharbeiten sowie die Verbretterung des Dachraumes und einige Restarbeiten wurden von den freiwilligen Helfern der Feuerwehr ausgeführt. Die kompletten Außenanlagen erstellten die Feuerwehrler unter Beihilfe und Einsatz der Geräte der Firma Artinger. Viele freiwillige, fleißige Hände der Feuerwehrler und deren Frauen sorgten für die Inneneinrichtung und die Geschirrausstattung. Insgesamt leisteten die freiwilligen Helfer ca. 1300 Arbeitsstunden. Mit dieser Eigenleistung konnten die geschätzten Baukosten wesentlich unterschritten werden. Nach Angabe der Gemeindeverwaltung betrugen die tatsächlichen Baukosten ca. 590.000,-- DM.
Das nach neuestem Stand der Bautechnik und Einrichtungs- bzw. Ausstattungskriterien erstellte Gebäude weist im Erdgeschoss den Stellplatz für unser Feuerwehrauto, die Schlauchtrocknung, sowie zwei kleine Abstell- bzw. Lagerräume und ein WC auf. Im Dachgeschoss wurden außer dem raumbeherrschenden Unterrichtsraum eine kleine Küche, ein Kommandantenraum, ein Abstellraum und ein WC untergebracht. Eine Besonderheit ist der Glasanbau im Erdgeschoss für die Ausstellung unserer alten vierrädrigen Handdruckspritze.

Einweihung

Einweihung des Feuerwehrhauses am 09.04.2000Am 09. April 2000 erfolgte, bei herrlichem Wetter, in einem großen Festakt, die Einweihung und die Nutzungsübergabe des Gerätehauses an die Feuerwehr. Nach einem Kirchenzug von der Schulstrasse folgte der Festgottesdienst in der Filialkirche St. Peter durch Pfarrer Franz Ferstl.
Der Festakt am Vorplatz des neuen Gerätehauses wurde von den Musikern mit Hans Kroher (Gaudi Blosn) umrahmt. 1. Bürgermeister Alfons Lang konnte die Feuerwehrführungskräfte des Landkreises KBR Waldemar Knott, KBI Theo Gruschka, KBM Hans Hopfensperger, die Feuerwehren der Großgemeinde, unsere Wehr und die Niedertraublinger Schützen begrüßen. Willkommen heißen konnte er auch die Abgeordneten MdB Benno Zierer und MdL Adolf Beck, die Geistlichkeit und sonstige Prominenz, sowie zahlreiche Feuerwehrler, Niedertraublinger und Bürger der Großgemeinde. In seiner Ansprache erwähnte er die Umstände, Gegebenheiten und Daten, die zu diesem nun fertigen Bau führten.
Vorstand Herbert Bauer erkannte eine Bereicherung des Ortsbildes und eine neue Ortsmitte.
Kommandant Franz Kapfelsperger erläuterte die nun gegebenen Möglichkeiten aus feuerwehrtechnischer Sicht.
Kreisbrandrat Waldemar Knott überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Landkreises. Auch Benno Zierer richtete einige Grußworte an die zahlreichen Anwesenden.
Pfarrer Franz Ferstl und der evangelische Diakon Walter Schmelz gaben nach einer christlichen Rede dem Gerätehaus den kirchlichen Segen.
Der ausführende Architekt Heinz Trummer überreichte symbolisch den Gerätehausschlüssel an Bürgermeister Alfons Lang und dieser an den Kommandanten Franz Kapfelsperger.
Der Vorstand der Obertraublinger Feuerwehr Albert Kotarski überreichte uns einen großen Bierkrug.
Am Nachmittag veranstaltete die Feuerwehr noch einen „Tag der offenen Tür“. Neben den Besichtigungen und Rundfahrten mit dem Feuerwehrauto für die Kinder wurden die zahlreichen Besucher im Saal des Gebäudes und am Vorplatz von den Feuerwehrlern bewirtet. Durch die zahlreichen Kuchenspenden der Frauen konnten viele Familien einen gemütlichen „Kaffee-Nachmittag“ verbringen.
Der Gerätehausneubau und die Einweihung wurden von Vorstand Herbert Bauer in einem Sammelordner mit 97 Blättern und 220 Aufnahmen dokumentiert.


Neuwahlen der Vorstandschaft (2002)

Neuer Kommandant Matthias Bauer

Am 23.03.2002 fand eine Jahresversammlung mit Neuwahlen statt. 1. Vorstand Herbert Bauer gab einen Jahresrückblick und eine Information über den Stand der Vorbereitungen zum bevorstehenden 125-jährigen Gründungsfest im Juli 2003. Kommandant Franz Kapfelsperger gab aus technischer Sicht einen Rückblick auf seine 29-jährige Tätigkeit als Kommandant und gab seinen Rücktritt aus Altersgründen bekannt. Die anstehenden Neuwahlen wurden unter Führung des Bürgermeisters Alfons Lang durchgeführt. Neuer 1. Kommandant wurde Matthias Bauer, der bereits die letzten 6 Jahre Stellvertreter war. Als 2. Kommandant wurde Walter Gruber und als 3. Kommandant Andreas Artinger gewählt. Somit wurde die technische Führung der Feuerwehr in die Hände der jugendlichen Feuerwehrler gelegt. Bei der Wahl der Vereinsvorstandschaft hat sich nichts verändert. 1. Vorsitzender: Herbert Bauer, 2. Vorsitzender: Hans Blaimer, Schriftführer: Anton Steinbach, Kassier: Georg Wild. Weiterhin wurden bestimmt: als Jugendwarte: Johannes Mayerhofer und Christoph Steinbach, als Fahnenjunker: Johannes Mayerhofer und Tobias Oswald und als Gerätewarte: Stefan Götz und Franz Kapfelsperger jun.
Durch diese Wahl ergab sich die Konstellation, dass nun Herbert Bauer und sein Sohn Matthias Bauer die Niedertraublinger Feuerwehr führen.

Ehrenkommandant Franz Kapfelsperger

Franz Kapfelsperger (m) mit Bürgermeister Alfons Lang (l) und Vorstand Herbert Bauer (r)Franz Kapfelsperger mit KBR Waldemar Knott (l)Im weiteren Versammlungsverlauf ernannte 1. Vorsitzender Herbert Bauer den scheidenden Kommandanten Franz Kapfelsperger mit einer Urkunde zum Ehrenkommandanten. Der Vorsitzende überreichte dem „Kapf“ zum Dank und Anerkennung seiner langjährigen Tätigkeit als Kommandant einen handgeschnitzten Florian und trug in Gedichtform die Taten seines 29-jährigen Wirkens vor. Bürgermeister Alfons Lang dankte dem nunmehrigen Ehrenkommandanten im Namen der Gemeinde für die vorbildliche langjährige Tätigkeit und überreichte ihm das Gemeindewappen und einen Bierkrug. Franz Kapfelsperger, der eine Generation lang als Kommandant wirkte, erzählte in seiner Rückschau, dass er in seiner Amtszeit mit drei Bürgermeistern, drei Kreisbrandräten, zwei Kreisbrandinspektoren und sechs Kreisbrandmeistern zusammenarbeitete.
Im Rahmen einer Kommandantenversammlung im Niedertraublinger Gerätehaus am 03.09.2002 wurden die Verdienste um die Feuerwehr des Ehrenkommandanten Franz Kapfelsperger auf Brandbezirksebene gewürdigt. Kreisbrandrat Waldemar Knott dankte in seiner Laudatio und überreichte ein Feuerwehrabzeichen in Silber und eine Urkunde des Landkreises.


Neue Satzung des Feuerwehr-Vereins (2003)

Die Vereinssatzung von 1984 und der Rechtsstatus des Vereins sind nicht mehr zeitgemäß. Unser Verein war als ein nichtrechtsfähiger Verein organisiert. Dies hieß, dass der Vorsitzende oder auch ein Vereinsmitglied mit seinem Privatvermögen für verschiedene Gegebenheiten haftbar gemacht werden könnte.
Nicht nur dem allgemeinen Trend folgend hat sich die Vorstandschaft auf Anregung des Vorsitzenden Herbert Bauer entschlossen dem Verein eine neue Satzung zu geben. Die Feuerwehr soll als rechtsfähiger Verein in das Vereinsregister (e.V.) eingetragen werden. Diese Eintragung spielt vor allem im Bereich der Haftung des Vereins bzw. der Mitglieder eine entscheidende Rolle. Bei Verträgen und Rechtsgeschäften wird nur der Verein verpflichtet, nicht der Vorstand oder das einzelne Mitglied. Die Feuerwehr haftet mit dem Vereinsvermögen.
Zur Erlangung der Rechtsfähigkeit und des Zusatzes „e. V.“ hat der Vorsitzende aufgrund verschiedener Unterlagen, Muster von anderen Feuerwehren und Vorsprachen beim Registergericht in Regensburg, eine neue Satzung erstellt und mit der Vorstandschaft abgesprochen.
In der außerordentlichen Vereinsversammlung am 03.12.2002 wurde der einstimmige Beschluss von den 30 anwesenden Mitgliedern gefasst, die neue Satzung anzunehmen. Umfangreiche Unterlagen und die Beglaubigung der Unterschriften des 1. Vorsitzenden Herbert Bauer und des stellvertretenden Vorsitzenden Hans Blaimer wurden über den Notar Dr. Sauer in Regensburg zur weiteren Veranlassung hinterlegt. Unsere Feuerwehr ist ab 18.03.2003 unter Nr.:1845 beim Registergericht Regensburg eingetragen. Die Wehr heißt nun: „Freiwillige Feuerwehr Niedertraubling e. V."


125-jähriges Gründungsfest (2003)

Niedertraublinger stehen hinter ihrer Feuerwehr!

  • 80 Vereine feierten bei Gründungsfest mit
  • 1500 Teilnehmer beim Festzug
  • Jugend stark vertreten

Gruppenfoto des Jubelvereins 2003NIEDERTRAUBLING.„Gott zur Ehr´, dem Nächsten zur Wehr!“:
Unter diesem Motto stand das 125-jährige Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr. Die intensive Vorbereitungszeit der Jubiläumsfeier mündete in ein farbenprächtiges Fest, an dem sich die einheimische Bevölkerung mit Freude beteiligte und die geladenen Gäste mit einem festlich geschmückten Dorf begrüßte.
Schon am 5. April in ungemütlicher Kälte hatte die Niedertraublinger Feuerwehr die Nachbarfeuerwehr aus Obertraubling zur Übernahme der Patenschaft gebeten, die sie ihnen allerdings erst nach dem traditionellen „Holzscheitelknien“ gewährten.
Zur Jubiläumsfeier am Wochenende des 11. - 14. Juli holte der Jubelverein am Freitag den Schirmherrn Bürgermeister Alfons Lang und Patenverein zum Bieranstich im Festzelt ab. Mit seiner Charakterisierung „Mädchen für Alles“ spielte Lang auf die Einsatzvielfalt der Feuerwehr an, der er für ihre stete Einsatzbereitschaft zu jeder Tages und Nachtzeit dankte.

Aufgaben haben sich gewandelt

Kranzniederlegung 2003Der Schwerpunkt der Einsätze liege heute nicht mehr nur bei der Verhütung und Bekämpfung von Bränden, sondern in der technischen Hilfeleistung bei Unfällen, Ölschäden, der zunehmenden Aufgaben bei Hochwasser und Überschwemmungen und ähnlichen Risiken der hoch technisierten Gesellschaft. Wichtige Schritte in der Verbesserung der Einsatzbereitschaft waren 1982 die Anschaffung eines Löschfahrzeuges und im Jahr 2000 die Fertigstellung des neuen Gerätehauses, zentral in Niedertraubling gelegen. Er appellierte an die nachwachsende Generation, sich in diesen Dienst am Nächsten einzubringen.
Dass dieser schon früher zu Gehör gebrachte Appell nicht nur in Niedertraubling auf fruchtbaren Boden fiel, zeigte die offensichtlich überwiegend junge Altersstruktur der Festteilnehmer. Jugendarbeit wird bei den Freiwilligen Feuerwehren sehr ernst genommen, wie die große Zahl junger und jüngster Fest- und Umzugteilnehmer zeigte. Anschließend spielten die „Original Stoapfälzer Spitzbuam“ den Festzeltbesuchern bis tief in die Nacht auf.
Am Samstag lud Festmutter Inge Bauer den Jubelverein zum Empfang. Nach ein paar einführenden Worten über Ernst Lang, einem der Gründer der Freiwilligen Feuerwehr Niedertraubling, verköstigte sie die anwesenden Festdamen und Feuerwehrkameraden. Danach fanden sich die Feuerwehren der Großgemeinde Obertraubling im Friedhof der Niedertraublinger Kirche ein, um ihren verstorbenen Kameraden zu gedenken. Bei dieser Andacht im Rahmen der Festlichkeiten des 125-jährigen Gründungsfestes erinnerte Vorstand Herbert Bauer an die Gründer der Wehr und ihre Nachkommen, die den Gedanken durch die vergangenen 125 Jahre weiter trugen. In seiner Ansprache gedachte er auch jener Kameraden, die bei Kriegen in Europa ihr Leben lassen mussten und fern der Heimat ihre letzte Ruhe fanden. In dieser Tradition stünden die heutigen Feuerwehrmänner in der Pflicht, ihr Erbe zu bewahren und an die künftige Generation weiter zu geben.
Die Einsatzbereitschaft, der edle Gemeinschafts- und Kameradschaftsgeist hebe von jeher das Feuerwehrwesen geprägt und sei für die jetzigen Feuerwehrkameraden eine freiwillige Verpflichtung, die sie an kommende Generation weitergeben wollten. Nach dem Rückmarsch zum Festzelt boten die „Hofdorfer Buam“ fetzige Musik dar.

Festzug 2003Festzug 2003Ganz im Zeichen der Festumzüge stand der Sonntag. Nach dem Taganschießen durch die Böllerschützen aus Gebelkofen und Scharmassing um 7 Uhr holten der Paten- und Jubelverein die Festmutter Inge Bauer mit ihren Festdamen ab. Mehr als 80 Vereine aus nah und fern stellten sich zum kilometerlangen Kirchenzug der etwa 1500 Teilnehmer bereit. 13 Spielmannsgruppen mischten sich in Abständen unter die in ihren schmucken Uniformen gekleideten Feuerwehrleute und die Damen mischten bunte Farbtupfer in das überwiegende Dunkelblau der Kameraden.

Ein Zeichen der Solidarität

Kirchenremise 2003In der großen Remise der Saatzuchtfirma Lang-Dörfler-Bauer empfing Gemeindepfarrer Franz Ferstl die unübersehbare Menge der Gottesdienstteilnehmer. Nicht alle fanden an den Längsseiten der geöffneten Scheune noch ein Plätzchen und so gruppierten sich die Gottesdienstbesucher im Schatten von Weiden und Birken in der nahe gelegenen Wiese, um den Worten des Pfarrers aufmerksam zu lauschen.
In seiner Predigt betonte der Geistliche, wie wichtig die Gemeinschaft der Feuerwehr sei. Sie sei ein Zeichen von Solidarität und Gemeinschaftssinn. Gemeinschaft, Achtsamkeit und Vertrauen waren die zentralen Punkte seiner Ansprache. Auch am Nachmittag im strahlenden Sonnenschein beeindruckten die Vereine mit ihrem Umzug durch den prächtig geschmückten Ort, deren Bürger sichtlich stolz auf ihre Feuerwehr sind. Am Abend spielte die Kapelle „Bayerwald Express“ und sorgte nochmals für ausgelassene Stimmung im Festzelt.

Festausklang mit den "Ottis"

Seinen Ausklang fand das großartige Gründungsfest am Montag bei einem Abend im Festzelt mit den „Original Otterbachtalen“.


Neuer Kommandant Walter Gruber (2004)

Nachdem Kommandant Matthias Bauer aus beruflichen Gründen seinen Rücktritt bekannt gab, musste bei der Jahreshauptversammlung 2004 ein neuer Kommandant gewählt werden. Dies wurde mit eindeutiger Mehrheit der bisherige 2. Kommandant Walter Gruber.

Neuwahlen der Vorstandschaft 2008

Nachdem Herbert Bauer sein Amt als Vorstand nach 29 Jahren zur Wahl stellte, sollte von nun an Edmund Kirchinger die Geschicke des Vereins leiten.
"Nach 29 Jahren und mit meinem Alter, wird es Zeit, den Ruhestand zu genießen und die Jüngeren ran zu lassen". Mit diesen Worten verabschiedete sich Herr Bauer und übergab die Führung. Er ist dem Verein aber weiterhin sehr verbunden und sitzt der Vorstandschaft als Beisitzer bei.
Der neue Vorstand ehrte Herrn Bauer für seine langjährigen Dienste mit der Ernennung zum Ehrenvorstand der Freiwilligen Feuerwehr Niedertraubling.


Großübung Zugunglück 2012

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Unser neues "Mittleres Löschfahrzeug - MLF" (2013)

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Segnung des neuen Feuerwehrfahrzeugs

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Evakuierung von Niedertraubling nach Bombenfund 2019

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Anbau an das Feuerwehrgerätehaus (2020)

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Neuwahlen der Vorstandschaft 2020

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